Digitaler Wochenmarkt schwärmt aus

Vivian Kammholz eröffnet eine zweite Abholstation in Mahlsdorf-Süd

Digitaler Wochenmarkt schwärmt aus

Regionale Produkte entspannt online shoppen und einmal wöchentlich an einem zentralen Ort abholen – so funktioniert das Prinzip „Marktschwärmerei“. Seit 2019 gibt es das international erfolgreiche Einkaufskonzept auch bei uns im Bezirk. Immer donnerstags werden vor dem Café „Kunst und Krümel“ (Hönower Straße 65) die Tische rausgestellt, Gemüse- und Saftkisten geschleppt und Kühlboxen mit frischen Milchprodukten, Wurst- und Fleischwaren gestapelt. 

Bunte Möhren, pralle Äpfel, frische Nudeln, duftende Backwaren, Teesorten und Kräuter warten auf ihre Abnehmer. Ab 16.30 trudeln die ersten Kunden ein, um ihre Einkäufe abzuholen. Wer es nicht gerade eilig hat, bleibt meist noch für einen kleinen Plausch mit den Bauern und Lebensmittelhandwerkern da, die hier höchstpersönlich ihre Waren anliefern und hinter dem Marktstand stehen.

 

Immer mittendrin im wuseligen Treiben ist Initiatorin Vivian Kammholz. An diesem Donnerstag im August hat die Einzelhandelskauffrau einen Präsentkorb mitgebracht. Wenig später wird sie ihn ihrer bislang treuesten Kundin überreichen. Denn die hatte zuvor ihre 100. Bestellung aufgegeben. Stephanie Fiedler ist von Anfang an dabei. Sie legt großen Wert auf gesunde Ernährung und frische Produkte und weiß gern, woher das Essen auf ihrem Teller stammt. Dafür gibt die Familienmama aus Biesdorf auch gelegentlich ein paar Euro mehr aus. „Es ist ja nicht die Masse und wir tun uns damit etwas Gutes.“ Ihr Sohn, sagt sie, liebe den Mango-Joghurt von der „Stolzen Kuh“, einem Bauernbetrieb aus Lunow-Stolzenhagen in Barnim. Der darf bei den Bestellungen ebenso wenig fehlen wie Milch und Wurst.

 

Ein absolutes Muss sind für Stephanie Fiedler außerdem die Eier von Pauls Bauernhof. „Man schmeckt einfach den Unterschied. Das ist mit den Produkten aus dem Supermarkt überhaupt nicht zu vergleichen.“ Vivian Kammholz freut sich, dass ihre Schwärmerei so gut ankommt. Schon über 1.100 Menschen haben sich seit dem Start vor zwei Jahren registriert, mehrere Dutzend kaufen wöchentlich ein. Es läuft bestens und deshalb hat sich die 37-jährige Mahlsdorferin auch entschlossen, zu expandieren. Am 9. September wird sie auf dem Hof hinter dem AWO-Stadtteilzentrum am Hultschiner Damm 98 eine zweite Schwärmerei eröffnen – auch um mehr Menschen in Mahlsdorf-Süd für den digitalen Wochenmarkt zu begeistern. „Mir ist aufgefallen, dass die meisten meiner Kunden aus Mahlsdorf-Nord, Biesdorf, Kaulsdorf und Hellersdorf kommen. Die B1 zerschneidet den Stadtteil. Da kommen nur wenige rüber.“ 

 

Das Besondere an dem neuen Markt ist, dass Vivian Kammholz ihn gemeinsam mit dem AWO-Jugendwohnprojekt aufziehen möchte. „Wenn sie Lust haben, können die Jugendlichen zum Beispiel den Markttag mit vorbereiten und bei der Ausgabe helfen.“ Und ganz nebenbei werden Themen wie nachhaltiger Konsum und gesunde Ernährung erlebbar.

 

www.marktschwaermer.de